Funding
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Finanzierung eines Tiny Houses

 

Eine der häufigsten Fragen die mir gestellt werden drehen sich um die Finanzierung meines Projekts und wie viel solch ein Tiny House überhaupt kostet. Die Antwort ist einfach.

Ein Tiny House wird immer viel kosten wenn alle Materialien neu gekauft werden und es von professionellen Handwerkern gebaut wird. Als ich anfänglich die durchschnittlichen Preise von Tiny Houses sah, konnte ich es kaum glauben. Die Preise reichen von 20.000 bis 100.000 Dollar, alle Versionen unter diesem Preis sahen kaum so aus, als würde man dort dauerhaft wohnen wollen.

Wie finanziere ich das Tiny House Projekt?

Obwohl ich wusste, dass ich mir solch einen Preis nicht leisten konnte, kratzte ich alle Ersparnisse zusammen und legte ein Finanzkatalog an in dem ich alle Ausgaben und Einnahmen dokumentieren wollte.

Dann hatte ich eine Idee! Wir hatten ein altes, aber durchaus schönes, Kajütboot das niemand von uns restaurieren wollte. Wir bekamen es von einem ehemaligen Kollegen meines Vaters geschenkt. Er baute es 2002, um mit seiner Familie auf der Elbe so wie französischen Kanälen zu fahren. Das haben sie auch gemacht, zogen aber bald schon aus Deutschland weg da sie selbst ursprünglich aus England kamen. Das Boot wurde in einer Scheune gelagert und stand dort an die 10 Jahre.

Eines Tages rief der Kollege meines Vaters an und fragte uns, ob wir nicht sein Boot haben wollten. Der Mietvertrag der Scheune lief aus, sie wurde anderweitig benötigt. Wir sagten zu und bekamen dieses wunderschöne Boot geschenkt.

Wir entschieden uns schweren Herzens das Boot samt dem Trailer und allem Zubehör zu verkaufen.

Wir bekamen etwas Geld dafür, jedoch teilten wir dies auf den Erbauer des Schiffes, so wie meine Schwester die die online Anzeigen betreute und mich mit meinem Projekt, auf.

Nun reichten aber meine Ersparnisse samt dem neu erlangten Geld immer noch nicht aus um dieses Projekt zu finanzieren. Einen Kredit aufnehmen kam nicht in Frage, da ich noch nicht Erwerbstätig bin. Außerdem liegt genau darin auch ein Reiz, es ohne die Hilfe von Banken und Krediten bauen zu können. Dieser Aspekt hat das Tiny House 2007 (Finanzkriese) am bekanntesten gemacht.

Da es bei diesem Projekt nicht ausschließlich um meine privaten Interessen, sondern viel mehr um den öko-sozialen Aspekt geht, dachte ich an das sogenannte Crowdfunding.

Beim Crowdfunding finanzieren viele Menschen ein Projekt, ein Startup Unternehmen oder einen Künstler.

Mein Statement

Mit dem Bau dieses Tiny Houses möchte ich ein Statement gegen unsere derzeitig ressourcenausbeutende Konsumgesellschaft, gegen den hohen Wasserverbauch so wie auch den Energieverbrauch eines normalen Hauses, setzen.

Vorschau

Der durchschnittliche Bürger der eine wasserbetriebene Toilette benutzt, verbraucht zwischen 30 und 100 Liter Trinkwasser am TAG um seine Exkremente optisch zu beseitigen. Denn weg sind diese dann noch nicht. Sie landen in der Kanalisation und letztendlich in der Kläranlage. Dort werden umweltschädliche Chemikalien verwendet um unser Brauchwasser von Fäkalien zu reinigen. Es entsteht ein Unrat-Gift welches auf den Äckern konventioneller Landwirte, oder in Müllverbrennungsanlagen landet und somit unsere Umwelt verschmutzt. Manchmal jedoch, wenn die Kläranlagen überfüllt sind, wird das ungefilterte Schwarzwasser in die Nordsee gepumpt (Siehe: http://www.sueddeutsche.de/reise/faekalien-in-der-nordsee-schoene-gruesse-von-der-kot-dazur-1.996649).

 

„Kunstdünger ist kein Ersatz. Beim Wasserklosett werden aus 1000 Gramm Scheiße 50000 Gramm Unrat-Gift. Beim Humusklosett 50 Gramm Rohstoff-Gold!“
Friedensreich Hundertwasser, 1975

Mehr über meine Prinzipien finden sie hier: Ökologische Aspekte /  Tiny House Projekt


Hintergrund

Es handelt sich bei diesem Projekt mehr um ein künstlerisches Projekt, welches stark von einem ökologischen – und sozialen Aspekt durchdrungen ist, als um eines das private Interessen verfolgt.

Ich überschlug einige male den Geldbetrag den ich brauchen würde und setzte immer einen Sicherheitsbonus dazu, da die Kosten meist nie so niedrig bleiben wie berechnet.

+/- 10.000 Euro.

Dies ist weit weniger als der normal veranschlagte Preis für ein Tiny House, jedoch gibt es in der Durchführung auch starke Differenzen.

Es gibt durchaus die Möglichkeit die Kosten durch das Recyclen von Materialien zu senken. Dies habe ich auch schon getan. Einen Hausabriss, billige Materialien aus online Anzeigen etc. Ich möchte aber Beweisen, dass es auch mit weniger als 50.000 $ möglich ist, ein wunderschönes Tiny House zu bauen und darin zu leben.

Es gibt jedoch Materialien, die nicht Recycled werden können oder sollten. Bauholz (Tragende Elemente), Dämmung, Dampfbremse etc. können nicht so weit recycled werden, dass man mit ihnen ein neues Tiny House bauen könnte. Auch an dem Fundament, dem Anhänger, sollte nicht zu sehr gespart werden. Schließlich soll einem das Haus länger Freude bereiten, als bis zur ersten Fahrt. Die Materialien die ich verwende, sind alle zu 100 % ökologisch unbedenklich und recyclebar, jedoch sind solche Materialien auch teurer als der dafür giftige Standard. Da man sich, in einem Tiny House lebend, auf sehr wenig Raum bewegt, ist die Qualität der Baustoffe enorm wichtig. Die Luftqualität sollte keinesfalls durch schlechte Farbe, giftige Dämmstoffe oder andere gesundheitsschädliche Stoffe beeinflusst werden. Ein gutes Wohnklima und Wohnstandard erzeugt man durch weniger Raum der dafür mit qualitativ hochwertigen ökologischen Baustoffen gebaut ist, nicht durch riesige Häuser die von Umwelt und Gesundheitsgefährdenden Baustoffen nur so strotzen. Jeh kleiner Das Haus, desto geringer ist der CO2 – Fußabdruck den wir unseren Nachkommen hinterlassen.

Zu dem Fakt, wieso ein kleines Haus im Preis pro Quadratmeter teurer als ein großes Haus ist lesen sie hier mehr : Was kostet ein Minihaus?

Ich habe also eine Crowdfundingplattform kontaktiert und sie haben mein Projekt akzeptiert, dennoch habe ich noch keine Kampagne gestartet da es ein enormer Zeitaufwand ist und ich eben kein Rentner bin. Die Vorbereitungen (Videodreh und Schnitt, Artikelverfassen etc.) sind schon gelaufen und trotzdem habe ich mich letztendlich dagegen entschieden. Erst war die Idee, es ein wenig Später zu probieren, da schon Content und etwas „zum anfassen“ vorhanden sein würde, dann aber fand ich es unpassend da das Projekt eine Form angenommen hat, die für mein Empfinden zu Privat ist um sie öffentlich zu finanzieren. Das Statement und der Hintergrund bleibt selbstverständlich gleich. Einzig und allein die Durchführung hat sich geändert.










Ich habe diese Webseite und den Blog erstellt um euch zu zeigen, wie man aus  weniger, mehr machen kann und für alle Interessierten den Bau zu dokumentieren.

Wenn du Teil der Tiny House Bewegung sein- und mir beim Bau helfen möchtest, spende etwas für das Projekt oder kontaktiere mich wenn du noch Materialien (Holzbretter, Dielen, Fenster, Türen, Inneneinrichtung etc) hast die du nicht mehr brauchst aber doch zu schade zum wegwerfen sind. Gerne stehe ich für Fragen aller Art zur Verfügung.

Leopold

 

 

 

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