Blog, Tinyhouse Bau
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Montage

Endlich war es so weit. Die Montage aller vorgefertigten Bauteile. Steigende Aufregung darüber ob alles passen wird. Vor allem beim Dachstuhl war ich skeptisch.

Letztendlich unbegründet. Alles passte super zusammen. Auch das Wetter spielte mit. Die Hitzewelle habe ich angestrengt durchgearbeitet anstatt faul am Pool zu liegen oder eine Runde in der Elbe schwimmen zu gehen und mich dabei kein einziges mal gefragt ob es die Arbeit wert ist. Das bedeutet wohl, dass ich immer noch felsenfest vom Tinyhouse überzeugt bin.

Hier einige Fotos von der Montage.

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Das Aufrichten der Wände ging routiniert von der Hand da ich es ja schon ein paar mal gemacht hatte.

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Die Spezialverbinder (Sherpa) funktionieren wie klassische Schwalbenschwanz Verbindungen, nur sind sie auf Grund des Materials um einiges stabiler. Ein Sherpa Verbinder (XS) trägt 500 kg!

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Um die Verbinder korrekt zu montieren ist ein sehr genaues Anzeichnen nötig. Auf dem Bild oben rechts sieht man ganz klassisch: „Holz verzeiht viel, Metall dagegen nichts.“

Die kleinste Abweichung ,und damit sind nicht nur meine Fehler sondern auch verzogenes Holz gemeint, haben bei mir dazu geführt dass ich es anfangs sehr schwer hatte diese Verbinder zu benutzen. Mit einem Gummihammer, einem Spanngurt für verzogenes Holz und viel Geduld ging es dann doch.

photo_2016-09-01_00-08-06 Einige Träger der Loft und unser zukünftiges Bett.

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Die Loftbalken und die Auflager für die Firstpfette sind fertig montiert. Teilweise habe ich bis spät in den Abend mit Flutlicht gearbeitet (Bild oben links).

Unter Zeitdruck stand ich auch, da es den kommenden Sonntag stark regnen und stürmen sollte. Bis dahin wollte ich das Tinyhouse trocken haben. Also ran an die Arbeit, nur noch 2 Tage!

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Alle zugesägten Sparren, Gaubensparren und Laibungen für die Dachfenster.

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Der First ist oben! Ich habe Ihn aus vier Kanthölzern (6×8) zu jeh zwei Einzelteilen zusammengeschraubt und geklebt. Mit einer künstlichen Überblattung (+handwerklich völlig unschöne Hilfsmittel —> Flachbinder und Gewindeschraube)  wurden die beiden Teile in der Mitte verbunden.

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Der bewegt sich kein Stück mehr!

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Aufgrund der hohen Stützweite von fast 6 Metern hatte ich die Befürchtung dass der Firstbalken in der Mitte zu sehr biegen würde. es stellte sich heraus dass dies nicht der Fall war. die Abweichung war sehr gering (Milimeterbereich). Trotzdem habe ich diese mit Hilfe einer Stütze und Keilen angehoben und somit ausgeglichen. Alles noch einmal mit der Wasserwaage überprüft und danach die ersten Sparren montiert.

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Den Titel des albernsten Hutes im ganzen Wendland verdiene ich leider nicht… da habe ich schon lustigere gesehen. Trotzdem stolz darauf, er gehört inzwischen zum Tinyhouse dazu.

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Oben Links die Sparren über der Stauraumloft ; Rechts ein Affe Gartenschlappen (nicht nachmachen!!! Sicherheits- oder wenigstens feste Schuhe tragen, so wie ich dass sonst auch mache.)

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Arbeiten an den Gauben und unglaublicherweise passt alles zusammen! Alle Winkel richtig gesägt. Es wäre anders auch sehr ärgerlich da ich kein Bauholz mehr habe. Auch hier hat die Berechnung sehr gut funktioniert. Mir bleiben noch zwei ungenutzen Loftbalken die ich als Laufbretter im Inneren des Tinyhouses benutze.

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Es ist so weit! Ready for Richtfest.

Spontan lud ich noch ein paar Nachbarn, Freunde und Bekannte ein.

 

 

 

 

 

Klick hier >> Video vom Richtspruch und Richtfest

 

Zu einem Haus und sei es noch so klein, gehört ein Richtspruch. Zu jedem Richtspruch und sei er noch so kurz, gehört ein guter Schluck 🙂

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Glücklich. Ein weiterer Meilenstein ist erreicht, auch wenn dies noch lange nicht das Ende der Arbeit ist.

Ein Haus zu bauen, mit Liebe und Hingabe braucht Zeit, Ruhe und eine gehörige Portion Leidenschaft. Auch die anfänglichen Erfolge zählen.

Wer sich damit verrückt machen will und meint er müsse ALLES im Voraus planen, wissen, einkaufen und entscheiden, wird mit großer Sicherheit während des Baus nicht glücklich, sondern gestresst und ausgelaugt sein. In der Ruhe liegt die Kraft und vor allem auch die Genauigkeit…

 

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Am Ende hatte der Wetterdienst tatsächlich recht. Zu vorhergesagter Uhrzeit begann es zu regnen, stürmen, gewittern und letztendlich sogar zu hageln. Ein bisschen nass geworden ist das Tinyhouse, allerdings nur an kleinen Stellen und noch lange nicht so nass wie ich beim sichern der Planen.

 

Ich freue mich sehr auf die nächsten Bauabschnitte. Ich werde schauen dass ich das Tinyhouse nun so schnell wie möglich Bewitterungsfähig ausstatte. D.h. die Unterspannbahnen der Fassade und des Dachs müssen bis Ende dieser Woche fertig sein, das sollte sich gut schaffen lassen.

Liebe Grüße

Leopold

 

 

 

 

10 Kommentare

  1. Doch noch eine Frage.
    Warum verwendest Du die SHERPA-Verbinder. Willst Du das Haus wieder demontieren ;-))
    Spax Inline (2 Stück als V, siehe Conny Reimann auf Youtube
    ) wären doch auch denkbar?

    • Ja, denkbar schon. Allerdings sind die Sherpa Verbinder um einiges stabiler als eine reine Schraubenverbindung. Außerdem ist die am Ende entstehende, kleine Schattenfuge ein schönes Design Detail.
      Aus Design Gründen habe ich mich auch gegen Balkenschuhe entschieden.
      Noch ein Argument für die Sherpa Verbinder ist, dass sie bei entstehenden Vibrationen nichts so schnell lockern wie eine einfache Schraubenverbindung (dazu kommt noch dass Holz arbeitet).
      🙂 🙂
      Das wars auch schon,

      Lieben Gruß
      Leopold

  2. Hallo Leopold,

    klasse, was Du da auf die Beine bzw. Reifen gestellt hast!

    Ein paar Fragen zu den Sherpa-Verbindungen:

    1) Was kosten denn die Sherpa XS (5?) Verbinder ungefähr pro Paar?
    2) Warum hast Du Winkel UND Sherpa-Verbindungen genutzt > welche Vor- bzw. Nachteile haben die beiden Varianten (neben dem Design) bzw. hätten Winkel nicht komplett bei der Traglast gereicht?

    Danke

    • Die Sherpaverbinder kosten knapp 9 Euro das Stück. Schau mal hier, mit dieser Firma habe ich gute Erfahrungen gemacht. –>

      9 Euro sind nicht ganz billig, aber meiner Meinung nach lohnt es sich. Ich habe die Sherpa Verbinde nur für die Loftbalken verwendet. Das hat den Grund, dass sie eine wichtige Rolle in der Aussteifung des ganzen Hauses einnehmen. Sherpa Verbinder halten mehr aus als Balkenschuhe in vergleichbaren Größen, außerdem kommt ein optischer Faktor hinzu. Die Balkenschuhe hätte man in meinem Fall gesehen bzw ich hätte sie irgendwie verstecken müssen. Die Sherpa Verbinder sind absolut unsichtbar und hinterlassen höchstens eine sehr feine Schattenfuge (so fern das gewollt ist).

      Winkel hätten wohl auch gereicht, aber da die Loftbalken nicht nur Traglast sondern auch stärkere Querzugsteifigkeit und Zuglast etc aufweisen sollten, habe ich mich gegen Winkel entschieden. An allen anderen Stellen sind Winkel völlig ausreichend.

      Ich hoffe ich konnte helfen,

      LG
      Leopold

  3. Ein sehr cooler Beitrag!!
    Eine grundlegende Frage hätte ich noch:
    Welche Maße haben deine für die Außenwände verwendeten Balken ( Breite/Tiefe ) damit das Haus hält, aber nicht zu schwer wird?
    Mit freundlichen Grüßen
    Gero 🙂

    • Hi Gero,
      meine Kanthölzer sind 60×80 mm, mein tinyhouse ist gerade noch im Rahmen des Maximalgewichts, es gibt Hersteller die mit einem ähnlichen Maß wie 30 x 90 mm arbeiten (weiß die exakten Abmaße nicht, einfach mal schauen) Dabei muss immer schön die Statik beachtet werden, pauschal kann ich dir keine Antwort geben da das von Konstruktion zu Konstruktion unterschiedlich ist.

      Gruß,
      Leopold

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